goncourt - 8. Juli, 21:32

Mit den Blumes wird das eher so zusammenhängen, dass sie einer sehr diskursfreudigen Zeit entstammen, kein Bild ohne merve-Legende und angespannter Diskussion. Tillmans gehört dahingehend vielleicht zu einer entspannteren Zeit (Spex-Zeit?).

(Wobei: was sich eigentlich verändert haben wird — die anstrengende Suche nach einer kohärenten Linie der Theorie, ästhetisch, politisch, "Anstrengung des Begriffs" in eher autoritärer Form, jetzt vielleicht diskretere Ansätze)

Ein paar Meter von hier hängt im Museum am Ostwall übrigens eine schöne Blume-Serie, weiß den Titel gerade nicht, sie werfen Kartoffeln. Mehr muss man dazu wirklich nicht sagen.

kid37 - 8. Juli, 22:06

Tillmans (ein Freund einer sehr guten Freundin von mir) ist trotz Turner-Preis und einigen großen Einzelausstellungen längst noch nicht so kanonisiert wie im Vergleich dazu die Blumes. Seine Wirkung ist weitaus zeitgenössischer, sein Werk unabgeschlossener - und daher offener für Diskurse, gegenwärtiger und vielleicht auch flüchtiger gegenüber Interpretationsversuchen. Das wird sich erst in der Retrospektive ändern, wenn auch unsere, diese Zeit abgeschlossener sein wird. Einigen "schulmäßigen" Diskursen versperrt sich Tillmans Werk, so wie ich es einschätze, andererseits sowieso. Aber das ist ja genau die Spannung (aber andererseits mit ein Grund für das Schweigen der Buddhas).
Casino - 9. Juli, 19:12

goncourt: stimmt, die zeit, du hast recht. diese texte hängen oft nur noch mit dem letzten faden an den arbeiten, und die bilder sind so klar und einfach, der gegensatz hat mich etwas gebissen beim lesen. kid, danke, genau: das flüchtige, etwas entwischt einem immer beim versuch, die zu beschreiben oder zu halten, vielleicht gehört das heute zum allgemein akzeptierten, die interpretation als sprungbrett und nicht als rahmen und verstanden haben. mein lieblingsbild von tillmans: "untitled (La Gomera)", rätselhaft und schön, und vollkommen offen, von oben fotografierte männer, die über einen strand kriechen und dabei eine geschwungene linie hinterlassen, ein hund, der einige meter dahinter der linie in einen kreis folgt, das meer, steine. da würde man mit der psychoanalyse (im blume-buch: immer PA und soziologie) vom hundertsten ins tausendste kommen, wenn man das versuchen würde :)

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