Fantasy ist genauso merkwürdig wie Astrologie. Wenn sie gut ist (ich kenne nur 2, 3 gute Autoren, aber es gibt bestimmt einige) wird der F-Aspekt beim Lesen vergessen, weil er Teil des Gesamtkonzepts ist, und nicht das Skelett, an dem die restlichen Komponenten nur so festgetackert sind. Auch die Astrologie ist so für sich genommen faszinierend als vollkommen autarkes, geschlossenes Gebilde, das mit den eigenen komplizierten Kriterien Wahrheiten schafft, die innerhalb des Systems funktionieren und ausserhalb völlig irrelevant sind. Äh. Denke über den Unterschied zwischen Fantasy und Science Fiction nach und weiß nicht, ob sich nur die Systeme unterscheiden, auf die sie zurückgreifen- Fantasy auf übersinnliches, Scifi auf naturwissenschaftlich ableitbare, ob sie nicht einfach mit ihren Ansätzen immer nur die Veränderbarkeit von Bedingungen für sich durchspielen, die in real life nicht veränderbar sind. Tolkien, Adams, Lem, Williams (der allerdings ungeheuer geschwätzig ist), vielleicht noch Gaimann mit den Sandman-Comix (der hat auch ein feines Kinderbuch geschrieben,
The Wolves in the Walls, aber für Kinderbücher gildet die Trennung ja nicht) Bei dieser Gattung müssen Handlung und Figuren gut verwoben sein, der irreale Aspekt tendiert schnell zu eskapistischer Eigendynamik, dann fällt alles auseinander.
 
- Donnerstag, 2. Juni 2005, 12:32
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