Dienstag, 6. Juni 2006

Kaffeeligaturen (S/s)

Beim Espresso in ihrer Wohnung plötzlich Heimweh nach früher, als alles noch weniger Tiefgang hatte.

Ich weiß noch, dass früher überhaupt keiner latte macchiato trank, das war Kinderkaffee, vielleicht was für alte Damen, geichermassem alltagsentfernt wie latte con il rum, Milch mit Geschmack, keine Kaffespezialität. Meine Mutter hat den noch nie getrunken, aber sie trinkt auch keinen Capuccino nach 10uhr vormittags.

Später fällt mir ein, dass sie gar keine Milch verträgt und deshalb noch nie welche getrunken hat, und dass memyself l.m. doch gesehen und auch bestellt habe früher, und dass ich beim hören von "l.-m." seit immer an Leoparden denken musste und an Ozelote und zwar in ihrer Erscheinungsform als 80ziger-Jahre-Hosenmuster, wegen den Flecken, es heißt "gefleckte Milch" nämlich und ja, meine Mama trug solche Hosen, sie hatte sogar gestern als Haushose eine uralte d&g-Jeans mit Leodruck an.
Dieses kleine Echo als privates kleinschillerndes Seifenbläschen immer dabei, als das aufkam, dass jetzt alle immer latte macchiato trinken, und es konnte nicht fliegen, natürlich, denn in Berlin kommt dieser Getränkename als orfanello daher, als semantisches Hurenkind: Nur noch Mode. Diese inner sight hat nur in Italien funktioniert, wie eine Souvenirkamera mit Loch und Dia dahinter, denn dazu muss der Sprecher den Fleck quasi mitschwingenhaben beim Bestellen und servieren, als kleines offenes Fenster, hier ist es zweidimensional, ein Glasaufdruck. Darum bestelle ich immer Milchkaffee.

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