Sonntag, 26. September 2010

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versuch, sich noch bei tageslicht zu betrinken, dabei vergessen, dass man abends ja noch verabredet ist, diffuse sehnsucht nach einem rausch. bisschen verweigerng von allem, verantwortung und pflege der inneren ordnung. der allgemeine mangel an begegnungen, gern mal wieder mit einem mann, der mich beeindrucken kann und will, durch taten und sätze und durch sein leben. je älter ich werde, desto lieber sind mir männer mit einem weg.

wie ich einer freundin im sommer das vom marbacher literaturarchiv erzählt habe, dass die mein weblog speichern, und sie als antwort erzählte, von ihr seien auch mal zwei emails aus einem belanglosen briefwechsel in einem archiv gelandet, mails mit einem autor, über den sie geforscht habe.

der höher werdende ablehnungsstapel bei bewerbungen, wie man den eigenen anspruch dann einfach abkapselt, wie einen kleinen abszess, wie der pragmatismus dröhnend und alles plattmachend einfach den kern vom ich nicht mehr berührt. ich kann morgends vollkommen frei und glücklich lesen, grade ein unveröffentlichtes buch einer freundin von mir, in einem dicken weißen aktenordner, saubere seiten, die niemand gelesen hat und die 80 jahre ihres lebens umfassen, frei und klug und vollkommen zeitlos schreibt sie über die männer ihres lebens, jeder satz direkt und gefüllt mit der welt und ihren feinen wahrnehmungen, keine ausrede, kein zweifel, kein gerede.

es ist nicht einfach, sich im mittelmass unwohl zu fühlen, so auf die dauer, von einem kompromiss zum nächsten schwankend, niemals herrin der materie, es wäre so leicht, einfach alles laufen zu lassen.

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